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Demo 25.11.17, 13 Uhr, Ida Ehre Platz - 40 Jahre gegen Gewalt an Frauen - Jeder Tag ist einer zuviel!

 

40 Jahre gegen Gewalt an Frauen – Jeder Tag ist einer zu viel


Aufruf zum Frauenhausblock der FrauenLesbenTransInter-Demo „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Widerstand auch!“


25.November 2017     13 Uhr     Ida-Ehre-Platz



Im Jahr 1976 entsteht in Hamburg die erste Frauenhausinitiative. 1977 eröffnet der Verein „Frauen helfen Frauen“ das 1. Autonome Hamburger Frauenhaus. Die politische Überzeugung und persönliche Erfahrung, dass alle Frauen von struktureller Gewalt durch Männer betroffen sind, schafft einen gemeinsamen Ausgangspunkt. Das Frauenhaus wurde ein Ort für Frauen, in denen die Frauen etwas Revolutionäres taten: Sie sprachen über ihre Erfahrungen und brachen ein Tabu. Das, was in Familien passierte, war nicht einfach mehr eine Privatangelegenheit. Das Private wurde politisch! Sie trugen die tägliche Gewalt in die Öffentlichkeit als ein strukturelles Problem, dem eine Gesellschaft begegnen muss. Und sie forderten Veränderungen.
Sie forderten Schutz vor Gewalt. Sie forderten eine Finanzierung für Frauenhäuser, die sich aus politischer Übernahme von Verantwortung speist. Die Frauenhausbewegung hatte Erfolg. Dem ersten Autonomen Frauenhaus folgten innerhalb von 8 Jahren vier weitere Autonome Häuser. Alle Frauenhäuser in Hamburg erhielten früher oder später eine zuverlässige Pauschalfinanzierung.
Schon vor 40 Jahren war klar: Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Wir sprachen davon, dass Frauen gedemütigt, geschlagen, klein gemacht, als schlechte Mutter betitelt, oder vergewaltigt wurden. Davon, dass ihnen Geld vorenthalten oder weggenommen wurde, dass sie erpresst wurden, dass kontrolliert wurde, mit wem sie sprechen oder sich treffen, dass sie eingesperrt wurden, dass ihnen verboten wurde, zu arbeiten oder sie dazu gezwungen wurden. Frauen wurden als Schlampen, Huren und Fotzen bezeichnet, sie wurden verrückt genannt. Frauen wurden als Eigentum des Ehemannes betrachtet.  
Vor 40 Jahren war es ein Tabubruch diese Dinge zu benennen. Vor 40 Jahren brachte es die bestehende Ordnung ins Wanken, dass Frauen es wagten, ihre Partner zu verlassen oder sich gegen ihre Familie zu stellen.
Doch was ist heute? Wir begehen dieses Jahr unser 40jähriges Jubiläum. Wir hätten damals nicht gedacht, dass wir dieses Jubiläum feiern würden. Wir hätten es auch nicht gehofft.
Es gibt viele Gründe dieses Jubiläum ausgiebig zu feiern. Wir haben gute Arbeit geleistet: Gewalt gegen Frauen ist Thema in Politik und Presse. Gesetzesänderungen, wie z.B. das Gewaltschutzgesetz wurden mit begleitet und auf den Weg gebracht. Seit 1997 ist Vergewaltigung in der Ehe strafbar. Seit 2002 haben Menschen, die Gewalt erfahren, die Möglichkeit den Täter der Wohnung verweisen zu lassen. Viele Frauen verlassen Gewaltbeziehungen viel früher als noch vor 30 Jahren. Mitarbeiterinnen von Frauenhäusern gestalten die fachliche Diskussion mit und kämpfen gesellschaftspolitisch für die Rechte der Frauen und Kinder auf ein gewaltfreies Leben.
Tatsächlich jedoch ist dieses Jubiläum kein Grund zu feiern:
40 Jahre nach der Eröffnung des 1. Hamburger Frauenhauses sind Frauenhäuser nach wie vor notwendig. Sie sind ein fester Bestandteil des Hilfesystems, sie sind immer zu 100% ausgelastet. 649 Frauen und 556 Kinder fanden 2016 Schutz und Unterstützung in den autonomen Hamburger Frauenhäusern. Viele gewaltbetroffene Frauen mussten aber auch in andere Bundesländer vermittelt werden, weil es in Hamburg keine freien Plätze gab.
Wir erleben, dass Gewalt gegen Frauen wieder ausgeblendet wird, indem sie einfach verwaltet wird. Frauenhäuser und –Beratungsstellen und natürlich die betroffenen Frauen selbst, sollen sich um das Problem kümmern und es lösen. Gewalt gegen Frauen wird individualisiert und Betroffene tragen die gesamte Verantwortung für den Umgang mit der erfahrenen Gewalt. Sie werden damit alleine gelassen. Frauenhäuser, die gegen dieses Problem angehen, kämpfen nach wie vor für eine bundeseinheitlich, einzelfallunabhängige Finanzierung, um arbeiten zu können.
Viele Frauen sind dadurch vom Schutz eines Frauenhauses ausgeschlossen. Eine gesamtgesellschaftliche Bewegung, die sich mit der Verantwortung derer beschäftigt, die Gewalt ausüben, gibt es nicht. Im Gegenteil, wir erleben gerade einen Backlash von Repressalien gegen Frauen in Europa und weltweit durch erstarkende, reaktionäre Bewegungen. In Polen mussten Frauen die letzten Monate ihre Möglichkeit auf den Abbruch einer Schwangerschaft vehement verteidigen. In den USA wurde ein Mann Präsident, der sich öffentlich sexistisch äußert und begangene Übergriffe bagatellisiert. Vergangenes Jahr musste Gina-Lisa Lohfink erleben, wie ihre Vergewaltigung gerichtlich als einvernehmlicher Sex definiert wurde, obwohl sie auf einer Videoaufnahme deutlich „Hör auf!“ gesagt hat. Eine Veränderung des Sexualstrafrechts war nur aufgrund rassistischer Vorzeichen möglich. Gewalt gegen Frauen ist allgegenwärtig und alltäglich. Eine gesellschaftspolitische Veränderung, die Gewalt gegen Frauen und Kinder verhindert, hat nicht stattgefunden.
Heute erfährt immer noch mindestens jede 4. Frau in Deutschland Gewalt – meistens durch ihren Ehemann, Partner oder Expartner. 2016 wurden 156 Frauen getötet von ihrem (Ex)Partner. Jeden Tag gibt es Tötungsversuche und fast jeden zweiten Tag stirbt eine Frau.
Auch heute werden Frauen gedemütigt, geschlagen, klein gemacht und als schlechte Mutter betitelt. Auch heute werden Frauen vergewaltigt und dann wird ihnen die Schuld dafür gegeben. Auch heute wird Frauen ihr Geld vorenthalten oder weggenommen wurde, sie werden erpresst und kontrolliert. Auch heute wird ihnen vorgeschrieben mit wem sie sprechen oder sich treffen. Auch heute werden sie eingesperrt und ihnen wird verboten, zu arbeiten oder sie werden dazu gezwungen. Auch heute werden Frauen als Schlampen, Huren und Fotzen bezeichnet und sie werden verrückt genannt.
Frauen mit sogenannten Behinderungen erfahren noch häufiger Gewalt. In den Statistiken zu Gewalt an Frauen tauchen die spezifischen Gewalterfahrungen von Trans*frauen noch gar nicht auf.
Wenn wir also von mindestens jeder 4. Frau sprechen, sprechen wir nur von den Erfahrungen, die Frauen geteilt haben – weil sie überhaupt gefragt wurden und weil sie sich getraut haben zu sprechen. Die tatsächliche Anzahl der Betroffenen ist viel höher. Und es betrifft uns nach wie vor alle: Gewalt gegen Frauen kennt keine Differenzierung aufgrund von Herkunft, Bildungsabschluss oder Alter.
Frauenhäuser wurden gegründet als Antwort auf die allgegenwärtige Gewalt, die Frauen erfahren. Unser Ziel ist es aber, die Frauenhäuser schließen zu können. Die einzige endgültige Antwort auf Gewalt gegen Frauen ist die Beseitigung und Verhinderung dieser Gewalt.
Ja, es ist viel passiert. Aber es reicht noch lange nicht. Wir wollen am 25. November 2017 auf die Straße gehen und unsere Wut und Enttäuschung laut und öffentlich machen. 40 Jahre Autonome Frauenhäuser in Hamburg – Jeder Tag ist einer zu viel.


Demo - Save the Date - 25.11.2017

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen - 40 Jahre autonome Frauenhäuser Hamburg.

Beitrag über 40 Jahre Frauenhäuser bei TideTV

BIG 40 - Jubi Party - Anniversary Party 09.09.2017 ab 20 Uhr im Goldenen Salon vom Hafenklang

Smash the Patriarchy - heute aber mal nicht von den Arbeitsorten
sondern vom Dancefloor aus.
40 Jahre arbeiten die autonomen Frauenhäuser Hamburgs dafür die
Gewalt an Frauen und Kindern zu beenden. Viel ist seitdem passiert
und vieles wird noch kommen. Heute Abend aber möchten wir alle
Frauen* einladen mit uns zu feiern, ins Gespräch zu kommen, zu
unterstützen, zu tanzen und zu trinken.
Es gibt eine fetzige Djane, kalte Getränke, Sticker, nette Bar
Menschen, vllt sogar Luftballons und Glitzer - mal sehen was die
Deko Kiste so hergibt.


Bis dahin - wir freuen uns auf euch!
Autonome Hamburger Frauenhäuser

40 Jahre autonome Frauenhäuser Hamburg

2017 begehen die autonomen Frauenhäuser in Hamburg ihr 40 jähriges Jubiläum.

1977 wurde das 1. HH Frauenhaus als feministisches, basisdemokratisches Projekt gegründet.

Hätten wir gedacht, dass 40 Jahre später Frauenhäuser immer noch nötig sind? Dass Frauenhäuser Teil des Hilfesystems werden? Dass es „normal“ ist, das sie nötig sind, weil Frauen von Gewalt betroffen sind?

Ist dann dieses Jubiläum ein Grund zu feiern?

Nein, denn die Frauenhäuser sind zu 100% ausgelastet. 660 Frauen und 538 Kinder fanden 2015 in den Hamburger autonomen Frauenhäusern Schutz und Unterstützung. Viele gewaltbetroffenen Frauen mussten aber auch in andere Bundesländer vermittelt werden, weil es in Hamburg keine freien Plätze gab. Gewalt gegen Frauen wird zum individuellen Problem der einzelnen Frau. Eine gesellschaftspolitische Veränderung, die Gewalt gegen Frauen und Kinder verhindert, hat nicht stattgefunden.

Ja, denn wir haben viel erreicht. Gewalt gegen Frauen ist Thema in Politik und Presse. Gesetzesänderungen, wie z.B. das Gewaltschutzgesetz wurden mit begleitet und auf den Weg gebracht. Mitarbeiterinnen von Frauenhäusern gestalten die fachliche Diskussion mit und kämpfen gesellschaftspolitisch für die Rechte der Frauen und Kinder auf ein gewaltfreies Leben.

Um das zu würdigen und das Thema Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit zu halten, planen die Hamburger autonomen Frauenhäuser eine Reihe von Veranstaltungen im September 2017.

So soll neben einem offiziellen Empfang, einem Fachtag und einer Frauenparty auch eine Broschüre entstehen.

Wenn Sie uns helfen möchten, dafür die Kosten zu decken, spenden Sie gerne auf das Konto:

2. HH Frauenhaus e.V.

IBAN: DE76 2005 0550 1261 2013 94

Verwendungszweck: Frauenhausjubiläum

(Spendenbescheinigung möglich bei Angabe von Name und Adresse ebenfalls im Verwendungszweck)

 

8.März - Frauenkampf*tag

Wir hoffen ihr hattet einen kämpferischen Frauen*kampftag 

Doch auch wenn wir gestern laut auf der Straße waren, wollen wir nicht vergessen, dass wir jeden Tag für unsere Rechte kämpfen müssen!

 

 

25.11.16 - Zum heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Manchmal ist es schwer zu glauben, dass wir knapp 40 Jahre nachdem das erste Frauenhaus in Deutschland seine Türen geöffnet hat, immer noch dagegen kämpfen müssen.

Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor ein Thema!

http://radicalgraphics.org/albums/Feminist/DSC07208.sized.jpg

(Quelle: http://radicalgraphics.org/albums/Feminist/DSC07208.sized.jpg)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Internationaler Frauentag 2015

 

 

 

 

 FRAUENPOWER RELOADED

ein Film über die Hamburger Frauenprojekte im Opferschutz

 

 

 

Diesen Film könnt ihr hier sehen.