Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen ist die meist verbreitete Form der Menschenrechtsverletzung unsere Zeit. Für viele Frauen und Kinder in der Bundesrepublik gehört sie zu ihrem Alltag, unabhängig von Einkommen, Bildung und Gesellschaftsschicht.

Zwei von fünf Frauen haben in ihrem Leben schon sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt, jede vierte Frau wird vom eigenen Partner misshandelt.
Diese Zahlen machen deutlich, dass häusliche Gewalt eine gesellschaftliche Realität ist, die uns alle angeht. Andauernde Gewalthandlungen oder Gewaltandrohungen bringen Furcht und Unsicherheit und bewirken seelische und körperliche Schäden bei Frauen und ihren Kindern.
Menschen, die in der Kindheit und Jugend Gewalt in der Familie erfahren, leben diese meistens später in den eigenen Familien weiter. Diese Spirale der Gewalt zerstört unsere Gesellschaft.

In Deutschland flüchten jährlich ca. 45.000 Frauen mit ihren Kindern vor den Misshandlungen ihrer Ehemänner, Freunde oder Lebenspartner in die Frauenhäuser oder Zufluchtswohnungen.
Im Jahr 2009 suchten in Hamburg 853 Frauen und 655 Kinder Schutz in einem der autonomen Frauenhäuser. Die Frauenhäuser dienen dem Schutz von Frauen und ihren Kindern vor körperlicher und seelischer Gewalt.
Jede misshandelte oder bedrohte Frau hat die Möglichkeit, jederzeit in einem der vier autonomen Frauenhäuser Aufnahme zu finden. Die Mitarbeiterinnen bieten individuelle Beratung und konkrete Hilfe zur Selbsthilfe, um die Entwicklung einer eigenständigen Lebensperspektive zu unterstützen.
Die Frauenhaus-Arbeit erfordert neben Sensibilität und Einfühlungsvermögen auch ein hohes Maß an Motivationskraft, um das Selbstwertgefühl der betroffenen Frauen und Kinder zu stärken.